Wie viel kostet das Aufladen eines Elektroautos?

3.8.2026

Zusammenfassung

Das Aufladen eines Elektroautos ist in den allermeisten Fällen günstiger als das Tanken an einer Tankstelle. Die Kosten hängen jedoch von mehreren Faktoren ab und ändern sich im Laufe der Zeit, genau wie die Kosten für eine Tankfüllung Benzin. Daher können wir lediglich geschätzte Spannen für die Kosten einer Aufladung angeben, wobei die niedrigsten Kosten pro 100 Kilometer bei etwa Fr. 1.20 (Aufladen zu Hause - Strom aus Solarquelle) und die höchsten bei etwa Fr. 11.30 (Schnell- oder Ultraschnellladen auf der Autobahn) liegen. Die Kosten für das Laden an einer gewöhnlichen, öffentlichen Ladestation liegen zwischen diesen beiden Schätzwerten. 

Bevor wir umfassendere und genauere Reichweitenangaben machen, wollen wir uns zunächst die Zahlen ansehen, die als Grundlage für die Berechnung dieser Beträge dienen, sowie die Kostenunterschiede je nach Art des Ladevorgangs – und natürlich auch ein paar Tipps zur Optimierung nicht nur dieser Kosten, sondern auch der Reichweite eines Elektrofahrzeugs.

Bitte beachten Sie: Die geschätzten Ladekosten dienen lediglich zu Informationszwecken; sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Berechnung der Ladekosten pro 100 km

Um die Kosten für das Aufladen auf 100 km zu schätzen, müssen Sie vom durchschnittlichen Energieverbrauch eines Elektrofahrzeugs in kWh/100 km und vom durchschnittlichen Strompreis pro kWh (Kilowattstunde) ausgehen. Multiplizieren Sie anschliessend die Anzahl der verbrauchten Kilowattstunden mit dem Preis pro kWh.

Wie viele kWh verbraucht ein Elektrofahrzeug pro 100 km?

Nicht alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor verbrauchen pro gefahrenem Kilometer die gleiche Anzahl Liter Sprit: Dies hängt vom Antriebsstrang des Fahrzeugs, den Umgebungsbedingungen, dem Fahrstil und so weiter ab. 

Ebenso variiert der Energieverbrauch (in kWh) von Elektrofahrzeugen: Dieser Wert hängt von den spezifischen Eigenschaften des Motors, dem Gewicht des Modells und dem Fahrverhalten sowie von äusseren Faktoren wie dem Wetter ab (die Nutzung der Heizung oder Klimaanlage erhöht den Energieverbrauch des Fahrzeugs). Wir müssen also einen Durchschnittswert schätzen. 

Eine Verbauch von 15 bis 20 kWh pro 100 km ist ein recht repräsentativer Wert für die meisten aktuellen Elektrofahrzeuge, über alle Karosserieformen hinweg (Kleinwagen, Limousinen, SUVs usw.) und unter verschiedenen Fahrbedingungen (Stadt, Landstrassen, Autobahnen usw.). 

Für die folgenden Berechnungen wird 17 kWh/100 km als unterstellter Durchschnittswert herangezogen. Was den Preis pro kWh angeht, so hängt dieser unter anderem von der Lademethode und dem Standort ab. 

Die Kosten pro kWh

Auf der Grundlage der aktuellen (Stand: 2026) Referenzpreise des TCS für das Laden zu Hause und der in verschiedenen Netzwerken beobachteten Preise für das öffentliche Laden lassen sich folgende Schätzungen vornehmen: 

  • AC-Ladung per Netzstrom zu Hause (Einfamilienhaus oder Wohnung): ca. Fr. 0.28 pro kWh
  • AC-Ladung öffentlich: ca. Fr. 0.50 pro kWh
  • DC-Ladung öffentlich (Ladestation an der Autobahn): ca. Fr. 0.65 pro kWh


Bitte beachten Sie, dass die genauen Kosten jeweils von verschiedenen Faktoren abhängen, darunter die Nennleistung der verwendeten Ladestation oder Steckdose, der Dienstanbieter, die Zahlungsmethode (Abonnement, Kreditkarte usw.) sowie der Zeitpunkt des Ladevorgangs. Dieser letzte Punkt gilt insbesondere für das Laden zu Hause: Wenn Sie nachts ausserhalb der Spitzenzeiten laden, können Sie im Vergleich zum Tagestarif wesentlich sparen!

Wie viel kostet es, 100 km zurückzulegen?

Multipliziert man die geschätzten Einheitspreise mit dem angenommenen Verbrauch von 17 kWh pro 100 Kilometern, erhält man folgende Reichweiten: 

  • zu Hause : ca. Fr. 4.90 pro 100 km (0,28*17 = 4,9) 
  • an einer öffentlichen Ladestation: ca. Fr. 8.50 pro 100 km (0,5*17 = 8,5)  
  • auf der Autobahn: ca. Fr. 11.30 pro 100 km (0,65*17 = 11,3)

Konkretes Beispiel aus der Praxis: Wie viel kostet das Aufladen eines Dacia Elektroautos?

Die Dacia Modellpallete wird kontinuierlich um neue Modelle erweitert und ist nun mit dem Einzug des Motors hybrid 155 für Sandero & Sandero Stepway vollständig elektrifiziert. Der Spring ist das vollelektrische Modell von Dacia, ein Stadtauto, das aufgrund seines geringen Gewichts und der kompakten Grösse weniger Strom als andere verbraucht. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 13,3 kWh/100 km ergeben sich folgende Ladekosten:

  • zu Hause: ca. Fr. 3.72 pro 100 km 
  • an einer öffentlichen Ladestation: ca. Fr. 6,6 pro 100 km 
  • auf der Autobahn: ca. Fr. 8.6 pro 100 km

Wie sieht es im Vergleich zu benzinbetriebenen Autos aus?

Wenn wir den von Avenergy Suisse veröffentlichten Durchschnittspreis pro Liter für Bleifrei 95 im Monat Mai 2026 (Fr. 1.89) zugrunde legen und von einem durchschnittlichen Spritverbrauch von 6 Litern pro 100 km ausgehen, belaufen sich die Gesamtkosten auf Fr. 11.34 (1,89 × 6 = 11,34).

Auf der Grundlage dieser Verbrauchsdaten fallen die Energiekosten für den Spring folgendermassen aus:  

  • 3-mal so niedrig beim Laden zu Hause
  • etwa 1,7-mal günstiger, wenn man an einer öffentlichen Ladestation lädt
  • rund 1,3-mal günstiger, wenn man auf der Autobahn lädt

Tipps zur Senkung der Ladekosten

  1. Laden Sie Ihr Fahrzeug vorrangig zu Hause auf, am besten ausserhalb der Spitzenzeiten 

    Die Kosten pro kWh für den privaten Gebrauch liegen weiterhin deutlich unter denen für den öffentlichen und den Autobahnverkehr. Mit dieser Lademethode können Sie im Vergleich zu einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor am meisten Betriebskosten einsparen.
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  2. Nutzen Sie die ultraschnelle Ladefunktion nur für lange Fahrten

    Schnell- und Ultraschnellladestationen sind am teuersten. Ausserdem wird empfohlen, sie nicht ständig zu nutzen, um die Batterielaufzeit zu schonen.


  3. Informieren Sie sich über die Gebühren, bevor Sie mit dem Laden der Batterie beginnen. 

    Im Ionity-Netzwerk können die Preise beispielsweise je nach Standort variieren, während Electra (in der App) eine dynamische Preisgestaltung nutzt. Vergleichen Sie ruhig die Angebote und finden Sie die besten Tarife. 


  4. Abonnements in Betracht ziehen 

    Ein Abonnement kann die Kosten pro kWh senken, wenn man Strom ausserhalb der eigenen vier Wände nutzt. Ausserdem lässt sich damit der Ladevorgang vereinfachen. Der Charge Pass von Dacia ermöglicht es Ihnen, schnell Ladestationen zu finden, die mit Ihrem Fahrzeug kompatibel sind, und macht die Bezahlung einfacher und sicherer. 

Tipps zur Maximierung der Reichweite

  1. Pflegen Sie ein umweltbewusstes Fahrverhalten

    Ein umweltbewusstes Fahrverhalten reduziert den Energieverbrauch, erhöht dadurch die Reichweite und schont die Batterielebensdauer: sanftes Beschleunigen, eingeschränkte Nutzung energieintensiver Funktionen (Heizung, Klimaanlage), vorrangige Nutzung der Rekuperation usw. Dadurch reduziert sich der Verbrauch und die Reichweite nimmt zu. 


  2. Vermeiden Sie eine vollständige Aufladung 

    Je nach Bedarf* ist es besser, auf einen Ladezustand zwischen 20 % und 80 % aufzuladen. Dadurch hält die Batterie Ihres Fahrzeugs länger. Ausserdem verkürzt sich dadurch die Verweildauer an der Ladestation: Die letzten 20 % der Ladung dauern länger.
    *Gilt für Fahrzeuge, die mit nickelbasierten (NMC) Batterien ausgestattet sind. Bei Fahrzeugen mit Lithium-Batterien (LFP) wird empfohlen, die Batterie einmal im Monat zu 100 % aufzuladen. 


  3. Die Batterie muss zuvor konditioniert werden 

    Dabei wird die Temperatur der Batterie vor dem Laden optimiert, um den Ladevorgang zu beschleunigen. 


  4. Überprüfen Sie Ihren Reifendruck 

    Die Einhaltung des vom Hersteller empfohlenen Reifendrucks ist eine grundlegende Sicherheitsmassnahme; ausserdem trägt sie zur Senkung des Energieverbrauchs bei. 


  5. Planung von Ladestopps unterwegs 

    Wenn Sie Ihre Ladevorgänge im Voraus planen, können Sie vermeiden, auf die nächstgelegene verfügbare Ladestation angewiesen zu sein, wo die Preise möglicherweise höher sind. Da es mittlerweile so viele Ladestationen und Standort-Apps gibt, ist es heute einfacher denn je, zu planen, wo man sein Fahrzeug aufladen kann. 

Zusammenfassung

Die Berechnungen basieren auf konservativen Annahmen und Durchschnittswerten. In der Praxis können die Einsparungen insbesondere bei günstigeren Stromtarifen, eigenem Solarstrom oder dem Laden an preiswerten Ladestationen deutlich höher ausfallen. Generell lassen sich durch das Laden zu Hause erhebliche Kosten einsparen, da die Stromkosten in der Regel deutlich unter den Treibstoffkosten eines vergleichbaren Benzinfahrzeugs liegen. Aber auch unterwegs bleibt das Elektroauto häufig wirtschaftlich: Selbst bei vergleichsweise hohen Ladepreisen an öffentlichen Ladestationen oder auf der Autobahn ergeben sich Kostenvorteile gegenüber einem Benzinfahrzeug.

Wenn Sie ein paar einfache Massnahmen ergreifen und bestimmte Gewohnheiten annehmen, können Sie die besten Tarife nutzen, die Häufigkeit von Ladevorgängen reduzieren und so Ihre Kosten im Laufe eines Jahres senken. 


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